Taiko-Projekt


Taikoprojekt Nußdorf

Als ich 1995 in den Sommermonaten Japan und Okinawa besuchte, wurde ich von den japanischen Trommeln tief in meiner Seele berührt. So tief, daß nach 13 Jahren Reifungszeit, sich endlich die Idee verwirklichte, eine O-Daiko zu bauen. So wurde an unserem Sommerlehrgang 2008 unsere große Trommel nach fast einem Jahr Bauzeit geboren. Momentan befinden sich  etliche Rohlinge im Bau. Aber gut Ding braucht Weile.

Taiko oder Daiko (太鼓,) ist ein traditionelles japanisches Instrument, daß etwa im 6. Jh. aus China nach Japan kam.  Als  Tempeltrommel und Dorftrommel war es ein Instrument der Fischer und Bauern, der einfachen Leute. Sie benutzten sie als Signal oder als rhythmische Begleitung für Feldarbeit. Sie wurde zur Zwisprache mit den regionalen Naturgöttern (des Meeres, Himmels und der Berge, Flüsse) gebraucht. Man bat die Götter um Regen und um  gute Ernten, die Merresgötter um reiche Fänge und die heile Rückkehr der Fischer. Nach der Ernte und nach erfolgreichem Fischfang fanden sie bei Festlichkeiten ihre Verwendung, an denen die Trommler ihre Herzen und Seelen spielen ließen. Bei den japanischen Straßenfesten findet man in den traditionellen Stücken auch heute noch diesen Geist und den farbenfrohen Gebrauch der Taikos.

Der Adel hingegen benutzte diese mächtigen Instrumente nur vor den Palasttoren, um ausländische Delegationen zu begrüßen und zu beeindrucken oder als Kriegstrommeln um das eigene Heer zu motivieren, auf dem Schlachtfeld zu koordienieren und um die Feinde zu erschrecken.

In Japan unterscheidet man bei den Taikos im wesentlichen zwischen den Rahmentrommeln (Shimedaiko und Okedodaiko) und den genagelten Faßtrommeln (Hiradaiko und Miyadaiko). Bei den Rahmentrommeln sind die Häute auf Eisenringe genäht und durch Seile gespannt, stimmbar, wogegen die genagelten Faßtrommeln nicht stimmbar sind und ihren Ton schwankender bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit verändern.

Thorsten Hiehler-Stark