Karate Do


Karate Do – Der Weg der leeren Hand

Karate ist eine Kunst aus Okinawa, einem kleinen Archipel zwischen Taiwan und Japan.
Kulturell war das Inselreich ein eigenständiges Königreich unter starkem chinesischen und japanischen Einfluss.

Karate ist eng verwandt mit den chinesischen Künsten Taijiquan, Kungfu und Qigong und enthält viele Elemente dieser Bewegungsarten. Der gesundheitliche Nutzen ist dadurch enorm, da alle Bewegungsarten in diesen südostasiatischen Raum den biomechanischen Regeln entsprechen und in China schon seit dem 2. Jh. nach Chr. Als sogenannte Sehnen und Muskel Transformationsübungen geübt wurden. So sind viele Karatemeister Okinawas bei voller Gesundheit meist weit über achtzig Jahre alt geworden.

Das klassische Karate kennt keine Wettkämpfe, da man durch sie den inneren Weg verlässt um sein Ego aufzupolieren. Es gewinnt ja sowieso nur der „Bessere“ und was ist das schon für ein Erfolg als Überlegener zu gewinnen ? So schrieb Gichin Funakoshi, einer der wichtigsten Meister des Karate, „im Karate gibt es weder Sieg noch Niederlage“.

Das besondere am Karate ist, das man es sein Leben lang üben kann und die Entwicklung nie aufhört.
Zuerst äußerlich im erlernen der Techniken, dann durch das Vertiefen dieser, gelangt man zu einer inneren Entwicklung, die zum „Lebensweg werden kann“.

Diese Entwicklung entspricht der ostasiatischen Lebenshaltung des Dao oder auf japanisch Do. Diese „Wegbeschreibung“ findet sich auch im Namen des Daoisten und berühmten Philosophen Laozi (Laotse). Wörtlich übersetzt bedeutet der Name Lao = der Alte, der Weise, der durch das Leben gereift und zi (tse) das Kleinkind, das Unerfahrene/Unbelastete reine, was sich in der Folge der Gürtelfarben widerspiegelt.

Man beginnt mit Weiß, lernt und belastet sich und wird damit dunkler. Erreicht man eine gewisse Fülle, wird man Schwarzgut und Meister. Da kehrt sich der Weg wieder um. Der Lehrinhalt heißt nun loslassen. Die Großmeister ab den 6. Dan können rot-weiß tragen um sich schließlich als Altmeister mit dem 9. und 10. Dan wieder mit der Farbe Weiß zurückzuziehen.

Thorsten Hiehler-Stark